Das Abzählen der qur’anischen Initialen

von · Mai 6, 2013

Der Qur’an wurde mit einer einzigartigen Charakteristik ausgezeichnet, welche in keinem anderen Buch wiedergefunden werden kann; 29 Suren werden mit 14 verschiedenen Sätzen aus „qur’anischen Initialen“ eingeleitet, deren einzelne Sätze aus einem bis zu fünf Buchstaben bestehen. Vierzehn Buchstaben, genau die Hälfte des arabischen Alphabets, kommen in diesen Initialen vor. Die Bedeutsamkeit der qur’anischen Initialen war für ganze 14 Jahrhunderte ein gehülltes Geheimnis geblieben.

Die qur’anischen Initialen stellen einen größeren Anteil am qur’anischen, auf der 19 fußenden, mathematischen Wunder dar. Diese Initialen sind: ALM, ALR, ALMR, ALMS,Q, KHY’ASS, YS, TH, TSM ,TS, HM, HM, ‚ASQ und NUN. Für eine leichtere Referenz haben wir das englische Buchstaben statt der arabischen gewählt, z.B. für Alif nahmen wir „A“, für Lam „L“, für Meem „M“ und für Reh „R“, für Seen „S“ und für Sad das unterstrichene „S„….etc.

Das Abzählen der meisten Initialen ist simpel, da ihre Schreibung leicht identifiziert werden kann. Wenige Buchstaben können aber dennoch problematisch werden, v. a. für jene, die sich nicht an die arabische Sprache gewohnt sind, oder für jene, die arabisch können, aber nicht mit der qur’anischen Schriftweise vertraut sind. Diese unterscheidet sich von der modernen arabischen Schreibweise in gewissen Aspekten. Die meisten der Qur’ane folgen der „Uthmanschen Orthographie“, welche heutzutage nicht mehr in den Schulen gelehrt wird. Wir haben diesen kurzen Essay geschrieben, um für alle das Abzählen zu erleichtern. So können die Leute die Schwierigkeiten, die wir zu Beginn beim Abzählen hatten, vermeiden. Die Buchstaben Alif, Haa und Yaa sind diejenigen, die mit einer gewissen Schwierigkeit herkommen, wie später erklärt wird.

 

Das Abzählen des Alif

Der arabische Buchstabe Alif ist ebenso leicht zu erkennen wie leicht abzuzählen. Es gibt einige andere Sprachen (z. B. Farsi oder Urdu), die das gleiche arabische Alphabet benutzen. Für jene, die diese Sprachen sprechen und lesen, wird das Abzählen keine Schwierigkeit sein. Der Buchstabe Alif kann in den folgenden vier Formen erscheinen . Das Alif, das wie ein  aussieht, kommt im ursprünglichen Qur’an nicht vor, jedoch vermehrt in den letzteren Editionen des Qur’an. Diese „Tashkeel“ (kleine Marker über oder unter den 28 arabischen Buchstaben) werden im Artikel später erklärt.

Der Hamza  ist im Arabischen in vielerlei Hinsicht einzigartig. Hamza wird meistens als Alif verwendet, kann aber auch als Yaa oder als Waw gebraucht werden.

Im Folgenden sehen wir verschiedene Formen von Hamza. Von all den sieben Formen sind nur die ersten drei Typen als Alif zu betrachten. Mensch bemerke, dass die Nummer 3 ein freistehendes Hamza ist, da es ein Hamza ist, welches zwischen dem Lam und dem Alif geschrieben wird.

 

Die verschiedenen Formen von Hamza

(1) Freistehende Hamzas

Sie werden als Alifs gezählt. Beispiele von freistehenden Hamzas:
            

 

(2) Hamzas als Erweiterung (Madda)

Diese Hamzas werden als Alifs gezählt. Beispiele:
         

 

(3) Hamzas auf einem Lam-Alif, zwischen Lam und Alif

Die Hamzas, die auf einem Lam-Alif in Wörtern geschrieben werden, bei denen das Alif ein Hamza und ein Alif ist, sind diejenigen, die am ehesten irreführen, weil sie wie zwei Alifs ausschauen aber eigentlich drei Alifs sind (zwei Alifs und ein Hamza), zum Beispiel  und . Wenn Sie diese Wörter aufmerksam betrachten, wird die Beharrlichkeit der Gelehrten bemerkbar, den Hamza in diesen Wörtern zwischen dem Lam und dem Alif zu schreiben. Vergleichen Sie diese Wörter mit anderen Wörtern, die nur Lam-Alif haben wie in  und in  wo es nur ein Lam und ein Alif gibt und der Hamza speziell über dem Alif positioniert ist.

 

(4) Hamzas über den Stämmen (Nabra)

Wird als Yaa gezählt und NICHT als ein Alif. Beispiele:
     

 

(5) Hamzas unter einem Stamm (Nabra)

Wird als Yaa gezählt und NICHT als ein Alif. Beispiele:
      

 

(6) Hamzas auf einem Yaa

Wird als Yaa gezählt und NICHT als ein Alif, egal ob der Hamza über oder unter dem Yaa geschrieben wird, wie z. B. in:
     

 

(7) Hamzas auf einem Waw geschrieben

Wird als Waw gezählt und nicht als Alif, wie z. B. in:
     

Da wir heute Computer-Programme haben, die diese arabischen Buchstaben zählen, sollte das Abzählen kein Problem mehr sein, dennoch sollte man sich immer sicher sein, dass der im Computer gespeicherte arabische Text der Uthman-Schreibweise angepasst wurde.

 

Das Haa abzählen

Das Haa kommt in mehreren Formen vor:      

Das Haa abzuzählen sollte einfach sein. Die meisten Leute wissen aber nicht, dass falls das Ta am Ende eines Wortes geschrieben wird, es gewöhnlicherweise als ein geschlossenes Ta geschrieben wird (Ta Marboota):  und . Deswegen wird es als ein Haa gezählt. Beispiele solcher Worte:  und . Der Qur’an gebraucht diese Regel wahlweise. Der Zweck liegt offensichtlich darin begründet, um die Anzahl der Haa in einer Sure zu bewahren.

Sowohl die muslimischen Gelehrten als auch die christlichen Missionaren und Orientalisten lieferten sich seit Jahrhunderten hitzige Debatten über die Schreibweise einiger Ta als ein offenes Ta anstelle eines geschlossenen Ta (Ta Marboota). Keiner unter ihnen wusste wirklich, wieso Gott für einige Wörter ein offenes statt ein geschlossenes Ta gebrauchte (ebenso umgekehrt). Der Fund des mathematischen Wunders des Qur’ans brachte Klarheit in diese Sache.

Das Wort „Rahmat“ (Gnade) wird gewöhnlicherweise (selbst in den meisten der Quranverse) mit einem geschlossenen Ta geschrieben . In 19:2 (Sure 19, Vers 2) aber enthält es ein offenes Ta  während es in 19:21 geschlossen geschrieben wird . Es stellte sich heraus, dass in der Sure 19 die Initialen KHY’AS und das Zählen des Ha sehr bedeutsam ist, da es die totale Anzahl der Buchstaben als ein Vielfaches der 19 betrifft. Würde das Wort „Rahmat“ mit einem geschlossenen Ta geschrieben werden, so würde die Sure ein extra Ha haben und das Total wäre nie ein Vielfaches von 19 und das Phänomen des mathematischen Wunders des Qur’ans würde verschwinden. Dies ist ein Beweis Gottes für die Erhaltung und den Schutz des Qur’an und ein Beweis für die Wirkung des Wunders des Qur’an.

 

Das Yaa abzählen

Der Buchstabe „Y“ oder Yaa wird im Qur’an in zwei Formen geschrieben; der eine ist offensichtlich und der andere subtil. Die subtile Form des Buchstaben kann für jene verwirrend sein, die nicht mit der arabischen Sprache völlig vertraut sind. Einige Beispiele der Wörter mit dem offensichtlichen Yaa:    

Ein gutes Beispiel für das subtile „Y“, Yaa ist das Wort „Araany“  welches zweimal in 12:36 erwähnt wird. Der Buchstabe „Y“, Yaa wird zweimal in diesem Wort gebraucht, der erste ist subtil, der zweite offensichtlich. Sure 36 enthält nicht ein einziges „Y“, Yaa des subtilen Typs. Dies ist ein erwähnenswertes Phänomen, und einer der normalerweise nicht auftritt in einer langen Sure wie Sure 36. Andere Beispiele von subtilen „Y“, Yaa:   . In Sure 19, welches Yaa als Initial hat, kann das Wort  in Vers 94 gesehen werden, welches klar mit einem subtilen Yaa geschrieben wird. Wie auch immer wird das Wort „Awsany“ in Vers 31 in einigen ägyptischen Editionen des Qur’an auch mit einem subtilen Yaa geschrieben und manchmal nicht, während das Wort  sein subtiles Yaa behält. Beide Wörter mit einem subtilen Yaa zu versehen würde die totale Anzahl der Yaa in Sure 19 durcheinander bringen. In einigen ägyptischen Editionen wurde das Wort  ohne ein subtiles Yaa geschrieben, wenn das Wort „Awsay“ mit einem subtilen Yaa geschrieben wurde und in diesem Fall wäre die totale Anzahl von Yaa dieselbe und wäre somit vom Wunder der 19 unterstützt. Auf der Seite The Quran Inspector wird der Text der King Fahd-Edition gebraucht, welches kein subtiles Yaa im Wort „Awsany“ in Vers 31 hat, während ein subtiles Yaa in  in Vers 94 vorkommt.

Hamza auf einem Yaa oder unter einem Yaa wird als Yaa gezählt, wie in  und .

Hamzas über dem Stamm (Nabra) oder unter dem Stamm werden als Yaa gezählt:     


Wie die Buchstaben in verschiedenen Positionen in einem Wort ausschauen


Initial form (Anfangsform): Wie der Buchstabe zu Beginn oder in der Mitte des Wortes erscheint, wenn es einigen arabischen Buchstaben folgt, die nicht damit verbunden werden, wie z. B. Alif, Dal , Thal, Reh, Zen, Waw…

Medial form (Mittlere Form): Wie der Buchstabe in der Mitte des Wortes erscheint, wenn er sich mit den umliegenden Buchstaben verbindet.

Final form (Finale Form): Wie der Buchstabe am Schluss des Wortes erscheint, es sei denn, er folgt einigen arabischen Buchstaben, die nicht damit verbunden werden, wie z. B. Alif, Dal , Thal, Reh, Zen, Waw…

Isolated form (Isolierte Form): Wenn der Buchstabe frei steht.


Die diakritischen Zeichen (Tashkeel)

Viele derjenigen, die sich nicht mit der Lese- oder Schreibweise des Qur’an auf arabisch vertraut gemacht haben, werden vielleicht nicht erkennen, dass der arabische Text des Qur’an nach der Niederschrift einige Hinzufügungen über, unter oder am Schluss des Wortes hat, die dem Leser als Stütze dienen, um zu wissen, wie die Wörter korrekt betont/ausgesprochen werden. Manchmal beinhalten sie gewisse Instruktionen, wie z. B. den Satz nicht bei diesem Wort zu beenden oder fortzufahren. Diese Additionen werden „Tashkeel“ genannt. Einige Schriftgelehrten überbeanspruchen sie als eine Art Dekoration der Wörter. KEINER dieser Tashkeel-Symbolen sollten als Teil des Worts gezählt werden.

Hier ist ein Bild, welches einige dieser Tashkeels hat. Ich habe sie geschrieben, wie sie gewöhnlicherweise benutzt werden, um es Ihnen zu erlauben, ihre Größe mit der regulären Größe eines Wortes zu vergleichen, um sehen zu können, wie klein diese Symbole (Tashkeels) um ein Wort herum erscheinen. Ich muss Sie warnen, dass dennoch einige Schriftgelehrte diese Tashkeels größer schreiben, um die Wörter des Qur’an zu dekorieren, aber sie sind immer noch Tashkeels. Die meisten der regulären Editionen des Qur’an haben die gleiche Größe (klein) an Tashkeel-Symbolen, während wenige der dekorierten Editionen des Qur’ans größere haben können.

In diesem Bild sind 22 Symbole vorhanden, die als Tashkeel benutzt werden, und unten ist ein reguläres arabisches Wort in seiner normalen Schrift-Größe verglichen zu der vom Tashkeel.

Das wichtigste bei allen Tashkeel-Symbolen ist das kurze Alif, manchmal „Kreuz-Alif“ genannt, welches über gewisse Wörter im Qur’an gebraucht wird. Dieser kurze (Kreuz-) Alif hilft nur in der Aussprache und wird NICHT als ein Extra-Alif gezählt. Beispiele dieser Kreuz-, Tashkeel-Alifs sind; Kreuz-Alif ist mit einem roten Punkt über ihn markiert.

 Dieses Wort hat 5 Tashkeels um das Wort herum,

 Dieses Wort hat 5 Tashkeels um das Wort herum,

 Dieses Wort hat 6 Tashkeels um das Wort herum,

 Dieses Wort hat 5 Tashkeels um das Wort herum.


Wie das „Alif“ und das „Lam“ in verschiedenen Positionen des Wortes ausschauen


Ich empfehle jenen, die mit der arabischen Sprache nicht sehr vertraut sind, den Buchstaben Alif und Lam besondere Beachtung zu schenken, da sie in der Mitte eines Wortes sehr ähnlich aussehen. Studieren Sie sie bitte gründlich. Sie werden bemerken, dass während sich der Buchstabe Alif nur mit dem Buchstaben auf der rechten Seite verbindet, ob dies nun am Schluss oder in der Mitte des Wortes geschieht, sich der Buchstabe Lam mit beiden umliegenden Buchstaben verbinden kann.

Initial form Medial form Final form Isolated form
Alif
Lam

Wir hoffen, dass dieser kurze Essay es vereinfacht, die qur’anischen Initialen abzuzählen und somit das mathematische Wunder des Qur’an zu verifizieren.

72:28 …Und ER (Gott) umfasste, was sie haben, und zählte alles ab.

41:53 Bald werden Wir sie Unsere Zeichen sehen lassen überall auf Erden und an ihnen selbst, bis ihnen deutlich wird, dass es die Wahrheit ist. Genügt es denn nicht, dass dein Herr Zeuge ist über alle Dinge?

83:18-22 Nein! das Buch der Rechtschaffenen ist gewisslich in Illijun. Und was lehrt dich wissen, was Illijun ist? EIN NUMERISCH STRUKTURIERTES BUCH (kitaabun marquumun), das diejenigen, die MIR NAHESTEHEN, bezeugen. Wahrlich, die Rechtschaffenen werden in Wonne sein.

74:32-35 Nein! Beim Mond, und bei der Nacht, wenn sie zu Ende geht und bei dem Morgen, wenn er anbricht. Es ist eines der größten (Wunder).

Lob gebührt Gott.

Aus dem Englischen übersetzt von Kerem A.

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